ME/CFS im Bundestag – Kleine Anfrage Bündnis 90/Die Grünen

Vorbemerkung der Autorin: 

Ich habe für die bessere Lesbarkeit auf das Gendern verzichtet.
Diese Entscheidung bitte nicht despektierlich auffassen. 
Viele Betroffene habe Schwierigkeiten lange Texte zu erfassen und das möchte ich berücksichtigen.
Fragen und Antworten habe ich inhaltlich zum besseren Verständnis zusammengefasst.

Die Abgeordneten Linda Heitmann, Dr. Janosch Dahmen, Simone Fischer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt.  – Drucksache 21/3224 –

Umgang mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom, Long-COVID und anderen postviralen Erkrankungen unter der aktuellen Bundesregierung.

Hier die Antwort so gut wie möglich zusammengefasst.

Drucksache 21/3713 – 21. Wahlperiode vom 19.01.2026

Das Statement von Linda Heitmann im Hamburger Abendblatt findest du hier
Dort ist auch ein weiterführender Link auf das Originaldokument. 

Vorbemerkung der Fragesteller Bundnis 90/Die Grünen – zusammengefasst

  • Medizinischer Hintergrund und gesellschaftliche Bedeutung
  • Versorgungsprobleme und Versorgungslücken
  • Soziale Auswirkungen
  • Forschung & politische Maßnahmen
  • hohe Zahl Betroffener
  • deutliche Versorgungslücken
  • unzureichende Forschung
  • unzureichende sozialmedizinische Begutachtung
  • dringender politischer Handlungsbedarf

Die Bundesregierung stellt fest, dass Long‑COVID, ME/CFS und andere postinfektiöse Erkrankungen weiterhin unzureichend erforscht und versorgt werden. 
Trotz umfangreicher Fördermittel – darunter 118 Mio. Euro für Versorgungsprojekte bis 2028, spezifische Forschungsansätze im Haushalt 2025 sowie die geplante „Nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen“ mit 500 Mio. Euro – bestehen erhebliche Versorgungslücken.

Der Bundestag hat bereits knapp 200 Mio. Euro für Forschung und Versorgungsentwicklung im Zeitraum 2024–2028 bereitgestellt. 
Die Umsetzung schreitet jedoch nur begrenzt voran. 
Die Bundesregierung betont den anhaltenden Handlungsbedarf in Forschung, Diagnostik, Versorgungsintegration und medizinischer Fortbildung.

Vorbemerkung der Bundesregierung – zusammengefasst

  • Die Bundesregierung betont, dass sie die Beschwerden von Long‑COVID‑ und
    ME/CFS‑Erkrankten sehr ernst nimmt.
  • Der Koalitionsvertrag sieht Maßnahmen zur Stärkung von Forschung und medizinischer Versorgung zu postviralen Erkrankungen vor.
  • Neben bestehenden Forschungsförderungen setzt die Bundesregierung verstärkt auf Vernetzung, um neue Erkenntnisse schneller in die Patientenversorgung zu bringen.
  • Am 19. November 2025 wurde die „Allianz postinfektiöse Erkrankungen: Long COVID und ME/CFS“ durch BMG und BMFTR gestartet, um Grundlagen‑, klinische und Versorgungsforschung enger zu verzahnen.

    Ziele der Allianz:

  • schnellere Fortschritte in Diagnostik und Therapie
  • verbesserte Versorgung der Patienten
  • stärkere Einbindung von Betroffenenorganisationen
  • Das BMFTR plant darüber hinaus eine „Nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen“, ausgestattet mit 500 Mio. Euro, um Forschung strategisch auszubauen.
  • Diese Dekade soll helfen, Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und verbesserte diagnostische und therapeutische Optionen zu entwickeln.

Fragen zu Fort- & Weiterbildung

  1. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die Fortbildungsmöglichkeiten zu postviralen Erkrankungen zu erweitern sowie eine verbindlichere Teilnahme an bestehenden Angeboten sicherzustellen?
  2. Welche Initiativen beabsichtigt die Bundesregierung, um Fortbildungsangebote zu postviralen Erkrankungen gezielt für medizinisches Fachpersonal außerhalb der Ärzteschaft auszubauen und zu unterstützen?
  1. Welche spezifischen Fortbildungsangebote zu postviralen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen plant die Bundesregierung für pädiatrisches Fachpersonal?

Die Fragen 1 bis 3 werden gemeinsam beantwortet.

  • Für Fort- und Weiterbildungen in Heilberufen sind die Länder bzw. ihre Kammern zuständig.
    Die Bundesregierung hat keinen direkten Einfluss auf Inhalte oder Umfang.
  • Die Ärztekammern haben ihr Fortbildungsangebot zu postviralen Erkrankungen während der COVID‑19-Pandemie erweitert. Inwieweit bleibt unbeantwortet.
  • Das BMG stellt auf bmg-longcovid.de medizinische Leitlinien, multimediale Fortbildungen und spezifische Infos zu Long COVID bei Kindern und Jugendlichen bereit.
  • Das IQWiG hat im Auftrag des BMG den Forschungsstand zu ME/CFS umfassend aufbereitet; der Abschlussbericht (Mai 2023) unterstützt Fortbildungen für medizinisches Personal.
  • In Förderprogrammen zu Long COVID und verwandten Erkrankungen berücksichtigt das BMG ausdrücklich die Entwicklung und Umsetzung neuer Fortbildungsangebote; mehrere Projekte enthalten entsprechende Maßnahmen.

    Anm. der Autorin: Welche wurde nicht beantwortet?

Fragen zu Fördermitteln für Medikamenten- & Therapieforschung

  1. Wie viel der Fördermittel für Medikamenten- und Therapieforschung zu postviralen Erkrankungen, die seit 2021 im Haushalt bereitgestellt wurden, sind bereits ausgegeben bzw. für entsprechende Forschungsprojekte fest bewilligt worden?

Für die erste Phase der NKSG sowie das Verbundprojekt „re-COVer“ wurden rund 
11,1 Mio. Euro bewilligt, von denen etwa 8,9 Mio. Euro bereits ausgegeben sind.

Für die NUM‑Studie RAPID‑REVIVE (2024/2025) wurden 3,6 Mio. Euro bereitgestellt, 
wovon 3,2 Mio. Euro abgerufen wurden.

  1. Wie viele sogenannte Phase-II-Studien für Medikamente zu postviralen Erkrankungen wurden zur Förderung in den letzten zehn Jahren aus Bundesmitteln beantragt, wie viele davon wurden genehmigt, und wie viele davon sind Arzneimittel für Kinder?

Im Rahmen der BMFTR-Förderung wurden zehn Phase-II-Studien beantragt, davon wurde eine abgelehnt, sechs bewilligt und drei befinden sich im Bewilligungsverfahren.
In den beantragten Studien werden keine spezifischen Arzneimittel für Kinder untersucht.

  1. Wie viele sogenannte Phase-II-Studien wurden bereits abgeschlossen?

            a. Wie viele Patienten haben daran teilgenommen?

            b. Welche Ansätze verfolgten die Studien und welche Ergebnisse wurden erzielt?

Die Fragen 3 a und 3b werden gemeinsam beantwortet.

2015 bis 2025 konnten sechs klinische Prüfungen mit Arzneimitteln der Phase II im Sinne der Fragestellung, die genehmigt wurden, identifiziert werden:

(EudraCT/EU-CT Nr.: 2016-002370-12):

Die Studie ist inzwischen beendet und es wurden 17 Patienten in Deutschland eingeschlossen.
(EudraCT/EU-CT Nr.: 2022-003452-14): Die Studie ist inzwischen beendet und es wurden 
60
Patienten in Deutschland eingeschlossen.

(EudraCT/EU-CT Nr.: 2022-001781-35): Die Studie wurde vom BMFTR gefördert und ist inzwischen beendet. Es wurden 30 Patienten in Deutschland eingeschlossen.

(Eud-raCT/EU-CT Nr.: 2022-003725-22): Die Studie ist inzwischen beendet und es wurden keine Patienten in Deutschland in die Studie eingeschlossen.

(EudraCT/EU-CT Nr.: 2023-504826-21-00): Die Studie wurde vom BMFTR im Rahmen der NKSG gefördert und ist inzwischen beendet. Es wurden insgesamt 418 Patienten in Deutschland eingeschlossen.

(EudraCT/EU-CT Nr.: 2024-511628-16-00): Die Studie wurde vom BMFTR gefördert und ist inzwischen beendet. Es wurden 376 Patienten in Deutschland eingeschlossen.

Weitere Studien ohne Arzneimittelbezug:

Die IA‑RIA‑Studie untersuchte 20 ME/CFS Patienten mit erhöhten Autoantikörpern gegen betaadrenerge Rezeptoren, die eine wiederholte Immunadsorption erhielten. Bei 14 der 20 Teilnehmenden kam es zunächst zu einer Verbesserung der Symptome, die jedoch im Durchschnitt nach sechs Monaten wieder nachließ.

  1. Wie viele sogenannte Phase-II-Studien befinden sich aktuell in der Durchführung?

             a. Wie viele Patientinnen und Patienten nehmen an den Studien teil?

             b. Welche Ansätze verfolgen die Studien?

             c. Bis wann laufen die Studien, und wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?

Die Fragen 4a bis 4c werden gemeinsam beantwortet.

Derzeit werden drei klinische Prüfungen mit Arzneimitteln der Phase II, die genehmigt wurden, im Anwendungsgebiet postvirale Erkrankungen in Deutschland durchgeführt:

(EU-CT Nr.: 2024-517713-33-00), geplante Patientenzahl: 104
Die Studie „VeriLong“ wird in einer Kooperation mit der Bayer AG durchgeführt, die die Kosten für die klinische Durchführung der Studie trägt.
Die Auswertung findet im Rahmen der „Diagnostik- und Biomarker-Plattform“ der NKSG statt.

(EU-CT Nr.: 2024-517199-39-00).

(EU-CT Nr.: 2023-508123-12-00), geplante Patientenzahl: 40.

Ziel dieser klinischen Prüfungen ist es, die Wirksamkeit in den genannten Indikationen zu ermitteln.

Weitere Studien ohne Arzneimittelbezug:

In der IA-PACS-Studie der NKSG wird eine Gruppe von 66 ME/CFS-Betroffenen mit erhöhten Autoantikörpern mittels Immunadsorption behandelt, um den Einfluss auf ihre Symptome zu prüfen.
Die Rekrutierung ist abgeschlossen, die Auswertung läuft. 
Erste Ergebnisse werden Anfang 2026 erwartet. 
Da Forschungsprozesse jedoch oft unvorhersehbar sind, lässt sich der Zeitpunkt für finale Auswertungen und Veröffentlichungen nicht genau vorhersagen.

  1. Welche Institutionen wurden speziell für Medikamentenforschung zu postviralen Erkrankungen bislang aus bereitgestellten Geldern des Bundeshaushaltes gefördert?
  • Förderung der Medikamentenforschung zu postinfektiösen/postviralen Erkrankungen durch das BMFTR, insbesondere an der Charité und der FAU Erlangen-Nürnberg.
  • Einbindung des DZNE in transkriptionelle Biomarkeranalysen innerhalb der NKSG.
  • Weitere Unterstützung im Rahmen der Studie RAPID‑REVIVE durch das Netzwerk Universitätsmedizin.
  1. Im Rahmen welcher Förderrichtlinien wurden bislang Forschungsvorhaben zur Medikamenten- und Therapieentwicklung oder zur Versorgungsforschung im Bereich Long-COVID und ME/CFS gefördert?

Das BMG investiert von 2024 bis 2028 insgesamt rund 118 Mio. Euro in zwei Förderschwer-punkte zur versorgungsnahen Forschung sowie zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long COVID.
ME/CFS wird in allen Projekten ausdrücklich berücksichtigt; auch Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen fließen in die Forschung ein. 
Die Projekte begannen Ende 2024 bzw. Anfang 2025.

Das BMFTR förderte Forschungsvorhaben zu Long COVID bereits über die Förderrichtlinie vom 31. Mai 2021 (siehe Tabelle 1 – Seite 16).

Die NKSG wird zudem durch Haushaltsbeschlüsse des Bundestags finanziert. Zusätzlich unterstützt der Innovationsfonds des G-BA 16 Forschungsprojekte zu postviralen Symptomkomplexen mit rund 30 Mio. Euro, davon etwa 12 Mio. Euro speziell für Versorgungsforschung. (siehe Tabelle 1 der beigefügten Anlage 1)

Informationen zu den Förderschwerpunkten sowie Steckbriefe zu den Projekten stellt das BMG auf seiner Internetseite bereit.

Haushaltsmittel

Welche Haushaltsmittel stehen dem BMG und BMFTR gemäß Bundeshaushalt für die Jahre von 2026 bis 2029 zur Verfügung, wie viele Gelder wurden davon bereits fest bewilligt, und wie viel ist bereits abgeflossen?

Für den Förderschwerpunkt „Erforschung und Stärkung einer bedarfsgerechten Versorgung rund um die Langzeitfolgen von COVID‑19“ wurden für die Jahre 2026 bis 2028 Mittel in Höhe von rund 
23,6 Mio. Euro (2026), 17,1 Mio. Euro (2027) und 9,6 Mio. Euro (2028) bereitgestellt.
Bis Ende 2025 wurden bereits 20,1 Mio. Euro ausgezahlt.

Für den BMG‑Förderschwerpunkt „Modellmaßnahmen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long COVID und ähnlichen Erkrankungen“ stehen 
14,7 Mio. Euro (2026), 9,7 Mio. Euro (2027) und 4,7 Mio. Euro (2028) zur Verfügung. 
Bis Ende 2025 wurden 15,3 Mio. Euro verausgabt.

Zusätzlich finanziert das BMG das RKI‑Projekt Post‑COVID‑19‑II im Jahr 2026 mit 
0,2 Mio. Euro (Ausgaben 2025: 0,3 Mio. Euro).

Das BMFTR stellt von 2026 bis 2029 jährlich rund 50 Mio. Euro für Forschung zu postinfektiösen Erkrankungen bereit. 
Davon sind 23,7 Mio. Euro bereits gebunden.
2025 wurden 11,8 Mio. Euro sowie weitere 1,6 Mio. Euro für abgeschlossene Vorhaben ausgezahlt.

Bereitgestellte Fördergelder

  1. Wie viele der seit Beginn der Corona-Pandemie bereitgestellten Fördergelder für die Grundlagenforschung zu postviralen Erkrankungen sind bereits verausgabt worden 
    bzw. welchen Instituten für entsprechende Forschungsprojekte fest bewilligt worden?
  1. Welche Institutionen wurden bislang speziell für die Grundlagenforschung zu postviralen Erkrankungen aus bereitgestellten Geldern des Bundeshaushaltes seit Beginn der Corona-Pandemie gefördert?
  1. Welche Forschungsvorhaben zur Grundlagenforschung zu postviralen Erkrankungen wurden seit Beginn der Corona-Pandemie aus Bundesmitteln gefördert, und im Rahmen welcher Förderrichtlinien erfolgte diese Förderung?

Die Fragen 1 bis 3 werden gemeinsam beantwortet.

Die bewilligten Forschungsvorhaben zur Grundlagenforschung, die seit Beginn der Corona-Pandemie durch das BMFTR gefördert werden, sind in Tabelle 2 in der Anlage ab Seite 18 aufgeführt. 

Ergebnisse

  1. Wann ist speziell zur Versorgungsforschung zu postviralen Erkrankungen nach Einschätzung der Bundesregierung mit öffentlich einsehbaren Ergebnissen der aktuell geförderten Forschungsvorhaben zu rechnen, und in welcher Form werden diese voraussichtlich wo veröffentlicht?

Ein konkretes Datum für die Veröffentlichung aus den BMG-geförderten Projekten kann nicht genannt werden, da die geförderten Vorhaben unterschiedliche Projekt-Laufzeiten haben.

Die Schlussberichte werden nach Abschluss der Förderung geprüft und auf der Website des BMG veröffentlicht. Erste Veröffentlichungen werden im ersten Halbjahr 2027 erwartet. Zwischen- und Endergebnisse können bereits vorher erscheinen, da die Veröffentlichung in wissenschaftlichen Fachzeitschriften in der Verantwortung der Zuwendungsempfänger liegt.

Die geförderten Projekte des G‑BA‑Innovationsfonds zu postviralen Erkrankungen werden ab 2028 abgeschlossen. Nach Prüfung der Abschlussberichte entscheidet der Innovationsausschuss über das weitere Vorgehen. Ergebnisse und Beschlüsse werden anschließend online veröffentlicht.

 2. Wann ist nach Einschätzung der Bundesregierung mit öffentlich einsehbaren Ergebnissen der derzeit geförderten Forschungsvorhaben zur Grundlagenforschung zu den Pathomechanismen von ME/CFS, Long-COVID, Post-COVID und Post-Vac zu rechnen, und auf welchen Plattformen bzw. in welchem Format werden diese voraussichtlich veröffentlicht?

Die Forschungsvorhaben müssen nach Abschluss einen Sach- und Kurzbericht elektronisch an die Technische Informationsbibliothek (TIB) übermitteln, die diese öffentlich zugänglich macht.
Zudem sind die Zuwendungsempfänger verpflichtet, ihre Ergebnisse spätestens neun Monate nach Projektende zu veröffentlichen – etwa in Fachzeitschriften oder auf Fachkongressen.

Forschungsvorhaben bei Kindern und Jugendlichen

Welche Forschungsvorhaben zu postviralen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen werden derzeit aus Bundesmitteln gefördert?

Das BMFTR fördert die Forschung zu postinfektiösen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Forschungsverbünde IMMME und CURE‑ME.

Das BMG unterstützt innerhalb des Förderschwerpunkts „Modellmaßnahmen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long COVID und ähnlichen Erkrankungen“
die Projekte PEDNET‑LC, COVYOUTHdata, PedMYCVAC – Follow‑up sowie NGK4Family. Weitere Details hierzu finden sich in der Antwort der Bundesregierung auf Frage 9.

Beteiligte Institutionen aus dem Ausland

Welche Institutionen aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland waren an den geförderten Forschungsvorhaben beteiligt und welche Formen der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit konnten dabei gestärkt oder neu aufgebaut werden?

An den von BMFTR und BMG geförderten Forschungsvorhaben zu postviralen Erkrankungen sind keine europäischen oder außereuropäischen Institutionen beteiligt.

Spezialambulanzen

  1. Wie soll die Einrichtung von Spezialambulanzen für postvirale Erkrankungen auch durch Mittel des Bundes gefördert werden?
  2. Über welchen Zeitraum sollen diese durch Mittel des Bundes jeweils gefördert werden?

Die Fragen 1 und 2 werden gemeinsam beantwortet.

Das BMG fördert von 2024 bis 2028 Projekte zum Aufbau und zur wissenschaftlichen Begleitung spezialisierter Long‑COVID‑Ambulanzen. Für Kinder und Jugendliche entsteht im Rahmen des Programms „Modellmaßnahmen“ das Konsortialprojekt PEDNET‑LC mit 20 interdisziplinären Versorgungszentren für eine bundesweit einheitliche Betreuung.

Informationen zu den oben genannten Förderschwerpunkten sowie Projektsteckbriefe stellt das BMG auf seiner Internetseite bereit:

3. Wie ist eine Verstetigung vorhandener Spezialambulanzen über die Legislatur hinaus geplant?

Im oben genannten Förderschwerpunkte werden die Modellprojekte evaluiert. Auf Basis der Evaluationsergebnisse können weitere Aussagen erfolgen. 
Anm. der Autorin: Eine Anschlussfinanzierung nach Ende des Projektes gibt es noch nicht.

4. Welche bestehenden Spezialambulanzen für postvirale Erkrankungen sind der Bundesregierung bekannt – insbesondere jene mit spezifischen Zielgruppen, und welche sind das?“

Informationen zu spezialisierten Behandlungsangeboten sind in öffentlich zugänglichen Klinikverzeichnissen verfügbar. Unter dem Suchbegriff „Long COVID“ listet das Deutsche Krankenhausverzeichnis entsprechende spezialisierte Kliniken samt Zielgruppenangaben auf.

Spezielle Behandlungsangebote für Kinder und Jugendliche

Welche spezialisierten Behandlungsangebote für Kinder und Jugendliche mit postviralen Erkrankungen sind der Bundesregierung bekannt, und wie ist deren regionale Verteilung?

Für die Versorgung für Kinder und Jugendliche mit Long COVID-ähnlichen Erkrankungen werden im Rahmen des BMG-geförderten Projekts PEDNET-LC deutschlandweit 20 spezialisierte Behandlungszentren eingerichtet, die alle Länder abdecken. Die Zentren sichern die umfassende Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die an Long COVID oder ähnlichen Erkrankungen leiden. Wann und wo wurde nicht beantwortet?

Anzahl der Behandlungen nach der neuen Vergütungsrichtlinie

  1. Wie viele Behandlungen postviraler Erkrankungen sind auf Grundlage der Behandlungs- und Vergütungsrichtlinie, die Anfang 2024 eingeführt wurde, im gesamten Jahr 2024 bei den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet worden, sind der Bundesregierung auch die entsprechenden Zahlen für das erste Halbjahr 2025 dazu bekannt?

Im ersten Quartal 2025 wurden im ambulanten vertragsärztlichen Bereich rund 14.000 Behandlungen nach der neuen Long-COVID-Richtlinie abgerechnet. Die Richtlinie ist zum 
1. Januar 2025 in Kraft getreten. Für das Jahr 2024 liegen daher keine Abrechnungsdaten vor. Angaben zum zweiten Quartal 2025 stehen der Bundesregierung derzeit noch nicht zur Verfügung.

Dem BMG liegen keine Daten zu den Behandlungen in der spezialisierten ambulanten Versorgung (Hochschulambulanzen) vor, da diese direkt mit den Krankenkassen abrechnen.

  1. Ist der Bundesregierung bezüglich der Abrechnungen nach der neuen Behandlungs- und Vergütungsrichtlinie für postvirale Erkrankungen eine Aufschlüsselung in Bundesländer bekannt, wenn ja, wie viele Behandlungen danach wurden pro Bundesland bis zum Ende des ersten Halbjahres 2025 abgerechnet?

Eine Aufschlüsselung der Behandlungsfälle nach Ländern liegt der Bundesregierung nicht vor.

Reha & Rente

  1. Welche Reha-Angebote, die sich speziell an Patientinnen und Patienten mit postviralen Erkrankungen richten, sind der Bundesregierung bekannt?

Die Bundesregierung führt kein Register über Rehabilitations-Angebote, die sich speziell an Patientinnen und Patienten mit postviralen Erkrankungen richten. Eine Übersicht zu Rehabilitationskliniken für den Bereich Long/Post-COVID bietet die Deutsche Rentenversicherung an. Darüber hinaus gibt es private Informationsportale, die Betroffenen bei der Suche nach einer geeigneten Klinik helfen können.

  1. Welche Pläne oder rechtlichen Prüfungen hat die Bundesregierung, um gesetzliche Grundlagen dahin gehend zu ändern, dass für Patienten die Voraussetzungen zur Teilnahme an Reha-Behandlungen als Grundlage für die Geltendmachung von Renten- oder Pflegegeldansprüchen geändert werden sollten?

Die Bundesregierung sieht keinen gesetzlichen Handlungsbedarf.

Die gesetzliche Rentenversicherung entscheidet im Einzelfall über Art, Dauer und Durchführung einer medizinischen Rehabilitation. Eine Bewilligung erfolgt, wenn die persönlichen Voraussetzungen – insbesondere der Erhalt der Erwerbsfähigkeit – 
sowie die versicherungsrechtlichen Bedingungen erfüllt sind.

Welche Gründe gibt es dafür, dass das Paul-Ehrlich-Institut bisher keine gesundheitlichen Schäden im Zusammenhang mit der Corona-Impfung anerkannt hat.

Für die Anerkennung der gesundheitlichen und der wirtschaftlichen Folgen einer gesundheitlichen Schädigung, die ursächlich auf eine Schutzimpfung zurückzuführen ist, sind die Länder und die nach Landesrecht bestimmten Behörden zuständig. Das Paul-Ehrlich-Institut ist hierfür nicht zuständig.

Runder Tisch

  1. Plant die Bundesregierung, den in der letzten Legislatur durch das BMG eingerichteten „Runden Tisch Long-COVID“ auch in dieser Legislatur fortzuführen? 
    Wenn ja, wie häufig soll dieser tagen, soll die Aufgabenstellung und personelle Zusammensetzung dieselbe bleiben oder gibt es Änderungen, wenn ja, welche?

Das Format des „Runden Tischs Long COVID“ aus der letzten Legislaturperiode wird in der aktuellen Legislaturperiode in Formate der „Allianz postinfektiöse Erkrankungen: Long COVID und ME/CFS“ sowie der „Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ überführt. Das Format und der Teilnehmerkreis werden angepasst.

 2. Welche konkreten Ergebnisse und Maßnahmen hat der Runde Tisch bereits erarbeitet, und welche Maßnahmen sind bereits wie umgesetzt worden?

3. Bis wann sollen erarbeitete Konzepte oder Maßnahmen, die sich noch in der        Umsetzung befinden, final umgesetzt sein?

Die Fragen werden gemeinsam beantwortet.

Der „Runde Tisch Long COVID“ wurde im September 2023 als offenes Austauschformat mit Experten sowie Betroffenen und dem Ziel einer besseren Vernetzung aller Beteiligten initiiert. 
Er bot Austausch zu den erforderlichen Maßnahmen hinsichtlich einer verbesserten Versorgung von Long COVID-Erkrankten. 

Das Erarbeiten von Konzepten oder konkreten Maßnahmen ist nicht angestrebt worden. 
Der Runde Tisch fungierte als Impulsgeber für weitere Formate und Initiativen, wie die Expertengruppe LongCOVID Off-Label-Use beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Weitere Projekte?

Plant die Bundesregierung weitere Projekte zur Vernetzung von Forschern, Medizinern oder Betroffenen mit postviralen Erkrankungen unter der Anleitung eines Bundesministeriums, um gezielte Vernetzung und Austausch in diesem Feld zu fördern, wenn ja, in welcher Form?

Die im November 2025 gestartete „Allianz postinfektiöse Erkrankungen“ vernetzt Forschung und Versorgung, um Diagnostik und Therapie bei Long COVID und ME/CFS schneller zu verbessern. 
Der Fokus liegt auf enger Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Praxis und Betroffenenorganisationen. Weitere Austauschformate sind geplant.

Informationsseite und Bürgertelefon

  1. Wie erfolgt die Pflege und Weiterentwicklung der durch die Bundesregierung eingerichteten Informationswebseite zu postviralen Erkrankungen, insbesondere zu Long-COVID, und die Unterhaltung des Bürgertelefons?
  2.  Wie wird die Informationshomepage bei Betroffenen sowie Behandlerinnen und Behandlern bekannt gemacht?

Die Fragen werden gemeinsam beantwortet.

Die Website www.bmg-longcovid.de wurde 2023 eingerichtet und wird fortlaufend vom BMG und RKI aktualisiert. 

2023/2024 bewarb das BMG die Initiative, besonders zu Long COVID bei Kindern und Jugendlichen. Die Kampagnen richteten sich an Betroffene, Angehörige sowie medizinisches und pädagogisches Fachpersonal. Kostenlose Informationsflyer verweisen ebenfalls auf die Website.

 Wie haben sich die Zugriffszahlen auf die Informationswebseite in den Jahren 2024 und 2025 entwickelt?

In der folgenden Tabelle sind die Aufrufzahlen der Internetseite www.bmg-lon gcovid.de/ Quartalsweise für die Jahre 2024 und 2025 aufgelistet.

Jahr

Q 1

Q 2

Q 3

Q 4

Seitenansichten

Gesamt

2024

141.223

97.791

91.898

133.448

464.360

2025

103.049

63.427

52.277

57.808

276.561

Wie haben sich die Zahlen von Anruferinnen und Anrufern beim Bürgertelefon in den Jahren 2024 und 2025 entwickelt?

Das BMG unterhält ein Bürgertelefon zu den Themenbereichen Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Prävention. Die Anrufzahlen zu postviralen Erkrankungen werden nicht separat erfasst.

Jahr

Q 1

Q 2

Q 3

Q 4

Anrufzahlen

Long-COVID Gesamt

2024

386

130

115

62

693

2025

96

79

73

54

302

Tapfer, wenn du bishierhin gelesen hast. 😉 

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