Selbstüberschätzung – Ein ehrlicher Blick in den Spiegel und was ich nicht sehen wollte

Die letzten Monate waren bei mir sehr turbulent, umso ruhiger war es leider hier. Meine beiden neuen Buchprojekte, der Blog, alles lag auf Eis.

Warum? Weil ich mich überschätzt habe. Meinen Körper, mein Leistungsvermögen.

Mitte September habe ich nach 1,5 Jahren Arbeitsunfähigkeit den Versuch gestartet, in Teilzeit arbeiten zu gehen.

Ich wollte es versucht haben. Die für mich bittere Erkenntnis: Es geht nicht.
Ihr, die moderat betroffenen kennt das sicher: In guten Phasen ist das Gefühl sehr präsent, da geht doch noch etwas sogar etwas mehr als sonst.

Da geht noch etwas - Pustekuchen

Mein Denken: Es sind ja nur ein paar (6,5) Stunden an drei Tagen, die restliche Zeit kann ich pacen und mich meinen Projekten widmen. Etwas Positives für die Gesellschaft beitragen, eigenes, wenn auch nicht viel Geld zu verdienen.

Und ja, es ging auch um das sich selbst beweisen. Da geht noch was. Pustekuchen.

Unser Freund, dass Adrenalin lässt dich und mich weit über unsere Grenzen gehen und wir spüren diese Grenze nicht. Bis es dann eben gar nicht mehr geht.

Das Umfeld ahnt und weiß es und ganz tief in dem Vernunftteil deiner und meiner Denkmurmel wissen wir es auch.

Nur keine Schwäche zeigen. Stark im Außen sein, denn ich will ja zeigen, was ich noch kann, dass ich kein faules Stück bin, das sich auf Kosten anderer einen bequemen Lenz macht. Und ja niemanden belasten, um Unterstützung bitten, ich kann ja noch, so irgendwie. Kennst du, oder?

Wie doof ist das denn bitte?

Und da ist da dieses Gefühl: Nein, nicht aufgeben, weitergehen. Ich will und möchte doch so gerne. Es geht doch so vieles schon nicht mehr oder nicht mehr so gut.

Denkfehler im System: Es ging während meines Ausfluges zurück in die Berufswelt noch weniger und noch schlechter. Aber auch das habe ich mir schöngeredet: Anlaufschwierigkeiten, das kommt Alles mit der Zeit. Mit der Routine wird es leichter und besser. Pustekuchen die Zweite.

Ich habe mein Ziel, den moderaten Zustand zu halten aus den Augen verloren.

Warum? Weil ich noch will und darüber nachdenke, was andere über mich denken.

Wie doof ist das denn bitte?

So wichtig bin ich nun doch nicht für die Allgemeinheit, dass sie permanent über mich nachdenkt.

Wie sang schon PUR: „Lass sie labbern, lass sie denken, was sie wollen. Denn es zählt nur das du weißt, worauf es dir ankommt …“

Gar nicht so einfach. Ehrlich gesagt, ganz schön schwer für mich. Klar könnte ich jetzt sagen, ich bin (erst) seit knapp drei Jahren betroffen, so langsam ist es an der Zeit, die Situation zu akzeptieren. Die Vernunft unterschreibt das sofort, aber mein Herzel? Das ist wie Teufelchen und Engelchen auf der Schulter.

"Losrenn-Modus" und die fehlende Bremse

Was es mir so schwer macht, sind die guten Momente, die mich alle guten Vorsätze vergessen lassen und ich quasi in eine Art „Losrenn-Modus“ verfalle.

Ich erkläre es so: Habe ich ein Gipsbein, ist es schwer loszurennen. Der Gips bremst mich aus. Losgehen geht nur langsam oder mit Hilfsmittel.

Wenn mich mein Umfeld, dass sich Sorgen, Gedanken macht, versucht auszubremsen, reagiere ich wirsch und sogar ungerecht. Eine ehrliche Entschuldigung an alle, denen ich auf die Füße getreten bin.

Ich weiß es doch. Aber: Ich will es nicht hören, denn da geht doch noch etwas.

Ja, es geht noch etwas, in meinem Fall sogar noch viel, allerdings nicht mehr so wie früher.  Langsamer, bedächtiger und gut eingeteilt. Eben mit gutem Pacing.

Tja, da ist es, das Wissen. An der Umsetzung hapert es. Ich habe im Gegensatz zu vielen anderen Betroffenen ein Umfeld, dass mich unterstützen möchte und ich mir schwer damit tue, es anzunehmen.

Annehmen will auch gelernt sein, gerade, weil ich immer gern gegeben habe.

Wie sagte ein lieber Mensch zu mir: „Eben darum bist du jetzt dran anzunehmen.“

I do my best.

Wie ist es bei dir?

Schreib mir gerne ein Mail schreibela@meelas-welt.de oder antworte in den Kommentaren auf Facebook oder Insta.

Ich bleibe posimistisch und geduldig mit mir selbst 😊 du bitte auch

Alles Liebe für dich deine Ela

Bild: Lydia Walter, Lingenfeld – Insta: @lydias_lichtmomente

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Ich bin Ela. Seit 2020 lebe ich mit den Diagnosen ME/CFS, Fibromyalgie, hEDS (Ehler-Danlos-Syndrom, hypermobilität) und seit Jahrzehnten mit den Lebensmittelintoleranzen Lactose, Fructose und Histamin.

Mit diesem Blog möchte ich dir hilfreiche Tipps und wertvolle Informationen für dein Leben mit der Diagnose ME/CFS mitgeben.

Alles Liebe deine Ela

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