Ich fühle mich schuldig – Quatsch! DU bist wertvoll

Ich fühle mich schuldig, schrieb ein Postersteller in den Sozialen Medien, weil er seine Wiedereingliederung abbrechen muss.

Wie gut ich dieses „Schuld“Gefühl kenne. Erinnerst du dich an meinen letzten Blogbeitrag zum Thema Selbstüberschätzung und meinem schlechten Gewissen: 

https://meelas-welt.de/2022/11/selbstueberschaetzung-ein-ehrlicher-blick-in-den-spiegel-und-was-ich-nicht-sehen-wollten/

Kennst du es auch? Dieses Schuldgefühl.

Ich ergänze mit: „Wegen mir und meiner Arbeitsunfähigkeit, Krankheit, was auch immer, müssen die Kollegen mehr arbeiten.“ Oder: „Ich kann mich doch nicht schon wieder krankschreiben lassen.“ Oder auch: „Was denken jetzt alle von mir?“

Sogar Urlaubstage werden im wahrsten Sinne des Wortes verbraten. Warum? Um sich nicht „schuldig“ zu fühlen, weil man nicht mehr kann, über seine Grenzen gegangen ist. Du und ich möchten loyal und kollegial sein. Nur nicht den anderen zu viel aufbürden, sie im Stich lassen. Wenn es dann nicht mehr geht, fühlen wir uns schuldig und illoyal dem Chef, den Kollegen gegenüber.

Diese Gedanken, Gefühle und Emotionen können wir auch auf den privaten Bereich übertragen. Wenn du Kinder hast, die noch versorgt werden müssen, alleinerziehend bist und, und, und. Dann sind die Gedanken: „Wegen mir muss mein Partner dies und das, verzichten die Kinder … usw.“

Sprudeln dir jetzt deine eigenen Sätze durch den Kopf?

Stürmische Wellen der Gedanken

Im Kopf rauschen stürmische Gedanken-Wellen: „Ich werde sicher bald gekündigt.“ „Wenn ich wieder zu Hause bleibe, rollen bestimmt alle mit den Augen.“

Dazu kommt bei vielen: „Wie reagiert das familiäre Umfeld oder Freunde, wenn du und ich erkennen, dass es nicht mehr geht und wir für unsere Gesundheit eine Entscheidung treffen?“ Du bist nicht allein mit diesem Kopfkino, dass zu einem Blog Buster werden kann. 

Was bedeutet eigentlich "Schuld"?

Laut Definition ist Schuld die Ursache von etwas Unangenehmem, Bösem, eines Unglücks, das Verantwortlichsein, die Verantwortung dafür.

Der Klassiker unserer Gedanken: „Die Schuld liegt bei mir, ich bin schuld.“

Denkfehler

Nein! Das tut es nicht. Die Ursache, (nicht die Schuld!) liegt bei irgendeinem doofen postviralen Virus, der dein und mein Leben auf den Kopf stellt.

Wir haben dank fehlender Forschung und fehlender Lehre im Medizinstudium keinen Einfluss auf die aktuelle Situation. Was wir tun können, ist, auf uns und unseren Körper zu achten und wenn es nötig ist, eine Entscheidung für die eigene Gesundheit treffen.

Was macht dieses Schuldgefühl mit dir und mir?

Was macht dieses Schuldgefühl -nicht nur- mit chronisch erkrankten Menschen? Sicherlich trägt es nicht dazu bei, dass man sich besser fühlt. Eher umgekehrt.

Was hindert uns, den Schalter im Kopf umzulegen? Es sind unsere inneren Antreiber. Sie sind bei jedem Menschen mehr oder weniger ausgeprägt. Sie sind die unbewussten Stimmen, die uns tief in unseren Hirnwindungen antreiben:

Ich möchte jetzt nicht zu psychologisch werden. Wenn ich mir diese fünf Antreiber ansehe, passen alle wie Deckel auf Topf zu Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Wenn noch Stigmatisierung seitens der Behandler, Gutachter usw. dazu kommt, dann fühlt es sich an, wie mit einer innerlichen Peitsche noch mehr (an)getrieben zu werden. Beweisen, dass du und ich wollen, mit teilweise fiesen Konsequenzen für Körper und Geist. 

Daran kannst du arbeiten, aber das geht nicht von heute auf morgen. Mit professioneller Unterstützung kannst du herauszufinden, woher dieser lästige Antreiber kommt.

Leichter gesagt als getan: Wenn man bei den langen Wartezeiten Unterstützung und den passenden Therapeuten finden möchte. Seufz.

Sicher etwas provokativ gefragt: „Ist dein Umfeld dir genauso loyal gegenüber, wie du es bist?“

Da es in dem oben genannten Post um den Job ging: „Hat irgendjemand Schuldgefühle, wenn du permanent über deine Grenzen gehst, um dich nicht schuldig zu fühlen, was im blödesten Fall für dich eine dauerhafte gesundheitliche Verschlechterung mit sich bringen kann?“ Das dürfte sehr selten in unserer „schneller-höher-weiter-Welt“ passieren.

Deine persönlichen 100 %

Als ich noch Azubis und Mitarbeiterführung hatte, war meine Einstellung:

„Jeder gibt seine persönlichen 100 %!“ Und das ist nun mal in meinen Augen unterschiedlich zu betrachten. Wenn ich Migräne habe, bringe ich vielleicht an diesem Tag nur noch 75 % meiner „normalen“ (was bitte ist normal?) Leistung. Mit meiner Migräne sind es zu diesem Zeitpunkt meine 100 %. Da lag ich oft im Clinch mit meinen Vorgesetzten, wenn es um Boni, Zeugnis oder Gehaltserhöhungen ging, die das leider nicht immer so gesehen haben.

Du bist wertvoll mit deinen persönlichen 100 %

Wir sind alle wertvoll und besonders. Auch wenn du eventuell überwiegend bettlägerig bist. Das hängt nicht von deiner Arbeitsleistung egal ab, in welchem Bereich oder ob du dich für deine Gesundheit entscheidest.

Du tust mehr, als du glaubst!

Vielleicht hast du wunderbare Kinder oder schon Enkel, die ohne dich gar nicht hier auf Erden wären.

Erinnerst du dich noch an die Petition 2021? Als wir getrommelt haben wie die Wilden, um die Stimmen zusammen zubekommen. Dazu hast du sicher in irgendeiner Form mit deinen persönlichen 100 % beigetragen.

Du spendest in Gruppen mit liebevollen, unterstützenden Kommentaren Trost und zeigst Mitgefühl oder bist sogar Admin, damit es solche Gruppen zum Austausch überhaupt gibt.

Mit deinem kreativen Talent begeisterst du die Mitglieder mit Bildern, selbst erschaffenem oder erfreust sie mit schönen Geschichten.

Mir fällt noch so viel ein. Und dir? 

Lass es mich gern in den Kommentaren bei Facebook und Insta wissen

oder schreib mir ein Mail schreibela@meelas-welt.de

Du gibst immer deine persönlichen 100 %.

DU BIST WERTVOLL und musst dich nicht schuldig fühlen, wenn es nicht mehr geht!

Bleib posimistisch 😊

Alles Liebe deine Ela

Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen und meinen Erfahrungen zusammengestellt, die ich mit euch teile. Es gibt keinen Anspruch auf medizinische oder rechtliche Richtigkeit. Jede Haftung, Rechts- und Schadensersatzansprüche mir gegenüber sind ausgeschlossen.

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Ich bin Ela. Seit 2020 lebe ich mit den Diagnosen ME/CFS, Fibromyalgie, hEDS (Ehler-Danlos-Syndrom, hypermobilität) und seit Jahrzehnten mit den Lebensmittelintoleranzen Lactose, Fructose und Histamin.

Mit diesem Blog möchte ich dir hilfreiche Tipps und wertvolle Informationen für dein Leben mit der Diagnose ME/CFS mitgeben.

Alles Liebe deine Ela

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