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Augenringe und eine besondere Begegnung

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In meinem Froster war kein Krümel Brot oder Brötchen mehr. Der ganze Vorrat weggefuttert. Mist, ich muss einkaufen. Mein Lieblingsbäcker mit seiner grandiosen Dinkel-Backwaren-auswahl ist im Nachbarort. Die kurze Fahrt ist es mir immer wert, da er ungespritztes Getreide aus der Region verarbeitet und seine Produkte lange gehen lässt. Eine lange
Teiggare bei Backwaren ist übrigens sehr viel bekömmlicher für deinen Magen und
Darm.

Außerdem musste ich noch in die Apotheke. In meinem Ort gibt es zwar auch eine,
dort sind allerdings die freiverkäuflichen Medikamente und Tees um einiges
teurer.

Gute Planung - so wichtig

Du kennst das sicher. Optimalen Zeitpunkt überlegen, einen Plan machen. Was ist wichtig, was kann ich an einem anderen Tag erledigen, wenn ich abbrechen muss. Prioritäten sind Apotheke und Bäcker. Kurzer Stopp bei Rewe, wäre klasse. Wenn ich es noch zu DM und im besten fall zum Glascontainer schaffe, super. Die Tage danach stand nichts an, mir ging es soweit gut.

Los ging es. Die ersten drei Stationen habe ich mit Bravour gemeistert. Das Auto fährt mich ja. Weiter zu DM, der liegt auf dem Nachhauseweg. Uhrzeit perfekt, die Schule war noch nicht zu Ende, somit war nicht mit einer Horde kreischender Teenagerinnen zu rechnen.

Warum ich unbedingt zu DM wollte

Ein paar Tage zuvor hatte ich mit meiner Freundin Nella eine Alternative zu Zoom getestet. Ich sah auf dem Bildschirm aus wie eine Leiche und meine Augenringe … na, reden wir nicht davon. Ein Panda wäre neidisch. Nella gab mir Schminktipps und zeigte mir ihr Repertoire an Utensilien. Wenn ich ab und an vor die Tür komme, möchte ich gut aussehen. Für mich und meine Seele. Dazu gehört auch, sich nicht wie Schlumbeline zu kleiden.

Da stand bzw. hockte ich nun vor der Fülle an Produkten und grübelte welchen Concealer nutzt Nella nochmal? Da war irgendwie irgendetwas lila. Ahhhhh, da ist er. Jetzt noch den richtigen Farbton finden. Während ich mich durch die Farbpalette testete, bemerkte ich eine ältere Dame neben mir. Sie versuchte einen Nagellack zurückzustellen und mühte sich sichtlich. Mit diesen „Reinstell-Dingern“ kämpfe ich auch immer. Ob ich helfen kann, fragte ich sie. Sie suche Nagelhautentferner und sei seit einem Jahr das erste Mal wieder bei DM. Ich stellte das Fläschchen zurück und bot ihr an, bei der Suche zu helfen.

Herrje, das war eine mühsame Aktion. Alle Marken durchgesehen, das kann doch nicht sein, dass es nichts gibt. Am letzten Regal wurde ich fündig, allerdings nur, weil ich das Fläschchen wieder erkannt habe, was ich zu Hause habe und das war des Pudel´s Kern: Wenn auf den Regalen irgendetwas mit Remove steht, wird es schwierig, gerade für ältere Menschen. Und für mich. 

Eine beeindruckende Frau

Die Dame hat sich über meine Unterstützung gefreut und wir sind in einen kleinen Plausch verfallen. Sie sei 82 Jahre alt und an Krebs erkrankt. Unter dem Kopftuch konnte ich einen zarten Haarflaum erkennen.

Ihre Kinder wollten sie in einem Heim unterbringen, damit sie versorgt sei. Das wollte sie nicht, im Kopf ist sie ja noch ganz klar. Da hatte sie recht, es war eine Freude ihr zuzuhören und mit ihr zu sprechen. Wenn ich mich manchmal stammeln höre, war sie mir weit voraus. 

Sie hat sich das Leben zurückgeholt und versorgt sich immer noch allein zu Hause. Es dauert eben jetzt alles ein bisschen länger, aber sie habe ja Zeit.

Mit 82 geistig noch so fit und trotz schwerer Erkrankung noch voller Lebensmut, sich nicht aufgebend, weil der Körper nicht mehr so will. Welch eine positive Einstellung, welch eine wunderbare Frau. Ich war verliebt.

Sie bedankte sich herzlich für meine Hilfe und wünschte mir alles Liebe. Wir sind uns in den Gängen noch ein paar Mal begegnet, haben uns gewunken und angelächelt. 

Mein Herzel war Tage danach noch freudig berührt, was Menschen schaffen können, wenn sie sich nicht aufgeben.
Das ist auch mein Motto: Aufgeben ist keine Option, egal wie schwierig die
Situation gerade ist.

Ich wünsche mir für dich und mich, dass wir unseren Lebensmut nie verlieren, egal wie besch … es gerade ist und uns nie aufgeben.

Bleib posimistisch 😊 

Alles Liebe deine Ela

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Ich bin Ela. Seit 2020 lebe ich mit den Diagnosen ME/CFS, Fibromyalgie, hEDS (Ehler-Danlos-Syndrom, hypermobilität) und seit Jahrzehnten mit den Lebensmittelintoleranzen Lactose, Fructose und Histamin.

Mit diesem Blog möchte ich dir hilfreiche Tipps und wertvolle Informationen für dein Leben mit der Diagnose ME/CFS mitgeben.

Alles Liebe deine Ela

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