Kein Ziel mehr

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Nein, das ist keine Werbung für den Discounter. Er ist einfacher Weg 650 m von meinem Zuhause entfernt und meine meist einmal wöchentliche Lauf-Teststrecke. In einer guten Woche auch zweimal. Kommt allerdings selten vor.

Meine ersten Versuche sind kläglich gescheitert. Die Beine wurden weich, keine Kraft mehr. Von den Fußsohlen, über die Arme bis in die Finger fängt der Körper nach und nach an zu brennen. Das ist mir bis heute unerklärlich. Ich laufe mit meinen Beinen und Füßen und nicht auf Händen. Das ist jetzt fast zwei Jahre her.

An manchen Tagen bin ich nicht angekommen, an anderen habe ich es bis vor den Eingang geschafft, konnte aber nicht mehr hinein. Zum Glück gibt es kleine Fensterbänke, an denen ich mich ausruhen konnte.

Vielleicht kannst du dir vorstellen, wie mein Rückweg war. Irgendwie musste ich nach Hause kommen. Leider habe ich in unmittelbarer Nähe niemanden, den ich anrufen kann. Augen zu und durch.

Meine Taktik

Der Weg läuft entlang der Hautstraße mit vielen Bäumen und Parkplätzen. Ich habe mir Miniziele gesetzt. Bis zu diesem Baum, bis zu dem Auto, bis zur Ampel.
Juhu, die Hälfte ist geschafft. Noch die Post erreichen und ich sehe mein Häusel.
So ging es weiter, bis ich zu Hause war. Oft schweißgebadet, wie nach einem
Saunagang und doch erfüllt mit Stolz, dass ich es geschafft habe. Ich vermisse das Laufen in der Natur sehr. Das ist mein Antrieb, es immer wieder zu versuchen.

Gute Planung

Natürlich plane ich das. Ich mache keinen Testlauf, wenn es mir nicht gut geht, die Woche bereits anstrengend war oder danach noch Aktivitäten wie Arzttermine anstehen. Denn ohne „Nachwehen“ bleibt mein Test-Lauf nicht.

Die Schmerzen verstärken sich, ich werde im Schlaf davon wach und mein Erschöpfungsmodus …. Naja. Manchmal bin ich so durch, dass ich nicht mehr richtig denken kann. Das nehme ich in Kauf.
Dafür schone ich mich die Tage danach. Bisher hat es funktioniert, dass mein Zustand sich nicht dauerhaft verschlechtert hat. Ich hoffe, das bleibt so.

Neuer Test-Lauf

Es ist Tulpenzeit und wunderbares Wetter. Auf in die Schuhe und loslaufen. Laufen ist etwas übertrieben, wenn mich Damen über 70 strammen Schrittes überholen. Gemächlich gehen trifft es eher. Manchmal watschelnd wie eine schwangere Ente.

Früher bin ich die Strecke zügig in 6 Minuten gelaufen, heute brauche ich 12-15 Minuten. Macht nichts. Aufgeben ist für mich keine Option. Außerdem möchte ich Tulpen haben.

Oh Schreck

An der Eingangstür hängt ein Schild: Wir schließen zum 19.02.
Oh je, mein Ziel ist bald nicht mehr da. Das war früher schon so, als ich meine 10-15 km gelaufen bin. Ich brauche ein Ziel. Ein Biergarten, ein Cafe´. Einfach so ins Leere laufen war mir nichts. 

Ca. 450 m entfernt sind weitere Supermärkte und Geschäfte. Soll ich oder soll ich nicht? Das wäre hin und zurück fast ein Kilometer on Top. Ich habe mich nicht getraut. Wenn ich ein Safety-Car hätte, dass ich jemanden anrufen könnte, würde ich es wagen.
Bushaltestellen zu weit entfernt, dann kann ich auch laufen. Taxi? Wer soll das bezahlen?

Egal. Erst einmal Tulpen kaufen. Satz mit X, das war wohl nix. Valentinstag steht vor der Tür. Keine Tulpen, Nun gut. Auf nach Hause auf die Couch. Mehr brauche ich danach nicht mehr.

Warum habe ich dir diese Geschichte erzählt?

Ich möchte dir Mut zusprechen, dir Ziele zu setzen. Für mich ist es wichtig Ziele zu haben, seien sie noch so klein. Kleine Schritte gehen, nach Rückschlägen nicht aufgeben und langsam weitergehen. Ganz in deinem Tempo. Nicht verzweifeln, wenn es mal nicht rund läuft.

Dafür wünsche ich die die nötige Energie und Kraft.

Bleib posimistisch

Alles Liebe deine Ela

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Schön, dass wir uns hier treffen. Sei von Herzen willkommen.

Ich bin Ela. Seit 2020 lebe ich mit den Diagnosen ME/CFS, Fibromyalgie, hEDS (Ehler-Danlos-Syndrom, hypermobilität) und seit Jahrzehnten mit den Lebensmittelintoleranzen Lactose, Fructose und Histamin.

Mit diesem Blog möchte ich dir hilfreiche Tipps und wertvolle Informationen für dein Leben mit der Diagnose ME/CFS mitgeben.

Alles Liebe deine Ela

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